ElternZOOM

Immer häufiger sind Kinder bereits im Alter von unter drei Jahren zum ersten Mal in einer KiTa. Auch die täglichen Betreuungszeiten werden immer länger. Der KiTa-Besuch ihrer Kinder löst in Eltern unterschiedliche Gefühle und Gedanken aus. Unabhängig von ganz individuellen Emotionen und Überlegungen möchten wohl alle Mütter und Väter ihren Nachwuchs in der KiTa in guten Händen wissen. Doch wie sehen diese „guten Hände“ in den Augen von Eltern aus? Welche Vorstellungen, Erwartungen und Anforderungen stellen Eltern an die KiTa ihres Kindes?

Zwar werden Fragen rund um gute frühe Bildung, Betreuung und Erziehung derzeit viel diskutiert und auch das Einrichtungsangebot wird nach wie vor weiter ausgebaut. Den Vorstellungen von Eltern, als Stellvertreter ihrer Kinder, wird bislang jedoch nur vereinzelt und nicht systematisch nachgegangen. Doch warum ist die Perspektive von Eltern überhaupt so wichtig?

Eltern nehmen rechtlich im Rahmen der frühkindlichen institutionellen Betreuung ihrer Kinder einen besonderen Stellenwert ein. Hier erhalten die Einrichtungen, anders als bei der bestehenden Schulpflicht, erst durch die Eltern ihren Auftrag zur Erziehung, Bildung und Betreuung ihres Kindes. Eltern haben daher ein Recht darauf, dass ihre Meinungen und Bedürfnisse im Rahmen der pädagogischen Arbeit in den Einrichtungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig werden Erwartungen und Wünsche von Eltern gegenüber KiTas wissenschaftlich noch nicht ausreichend in den Blick genommen. Es fehlt bislang an umfangreichen und belastbaren Kenntnissen und Anhaltspunkten, die ineinander greifen und die Bedürfnisse von Eltern systematisch abbilden.

Um die Elternmeinung rund um KiTa-Themen strukturiert und systematisch zu erfragen, startete im Herbst 2016 die Elternbefragung „ElternZOOM“ in Zusammenarbeit mit infratest dimap. 4437 Eltern von Kindern im KiTa-Alter nahmen damals bundesweit an ElternZOOM teil. Im Fokus der Befragung 2016 standen die Themenschwerpunkte Teilhabe, Qualität und Finanzierung:

Teilhabe

Der Rechtsanspruch auf einen KiTa-Platz für Kinder ab dem dritten Lebensjahr besteht bereits seit 1996. Im August 2013 wurde der Anspruch auf den Altersbereich ab dem vollendeten ersten Lebensjahr erweitert. Trotz des Rechtsanspruchs kann es für Familien Zugangsbarrieren zu dem System „KiTa“ geben. Deshalb versucht ElternZOOM beispielsweise zu klären, ob die Betreuungszeiten für die Familien günstig sind und was die KiTa-Platz-Suche erschwert hat.

Qualität

Wie KiTa-Qualität aus Elternsicht eingeschätzt und betrachtet wird, dazu gibt es bisher nur wenig Forschung. Besonders herausfordernd erscheint für die Eltern, dass sie die Einrichtung ihres Kindes in der Regel nur punktuell erleben und sie sie deshalb häufig nur anhand des Kontakts in kurzen Sequenzen, wie beispielsweise Hol- und Bringsituationen, einschätzen können. Der Bereich Qualität setzt sich damit auseinander, wie Eltern die Qualität einschätzen und welche Punkte ihnen wichtig sind.

Finanzierung

An der Finanzierung von KiTas sind das jeweilige Bundesland, die Kommunen, die Träger und die Eltern beteiligt. Da die Finanzierung im jeweiligen Landesrecht verankert ist, kann der Anteil, den Eltern für einen KiTa-Platz bezahlen, zwischen den Bundesländern stark schwanken. Aus diesem Grund konzentriert sich die Elternbefragung hier auf das subjektive Elternempfinden in Bezug auf die finanzielle Belastung durch die KiTa-Beiträge. In der Befragung 2017 wird zudem erstmals auch die Höhe der Elternbeiträge erfasst.

Für den Herbst 2017 wurde ElternZOOM weiterentwickelt und steht jetzt, kurz vor seiner zweiten Befragungsphase: Ende Oktober 2017 geht die neue Befragung online. Im Zentrum stehen auch dieses Jahr wieder die drei Themenschwerpunkte Teilhabe, Qualität und Finanzierung.



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